Startseite
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt

http://myblog.de/dirtytomate

Gratis bloggen bei
myblog.de





Ziellos

Ziellos umherirren in einem unbekannten Land. Du läufst auf einer Straße, die du doch eigentlich kennen solltest. Da vorne sollte doch gleich eine Abzweigung kommen?! Du läufst und läufst und ... sie kommt nicht. Dabei ist sie doch immer da gewesen. Überhaupt ist der Geruch von Gras, die Geräusche der Vögel und das Blenden der Sonne verschwunden. Eine einsame Straße ins Nichts.

Eine Karte habe ich nicht dabei. Wozu auch? Ich bin diesen Weg doch schon tausend Mal gegangen und doch ärgere ich mich nun über meinen Leichtsinn. Den Leichtsinn in dem Glauben zu leben, dass ich etwas so gut kenne, dass ich mir keine Gedanken mehr darum gemacht habe, dass es sich mit der Zeit ändern könnte. Wenn ich mir die Straße anschaue, sehe ich Risse. Auch diese sind mir zuvor nie aufgefallen. Der erste Eindruck bleibt.

Meine Beine werden schwer, ich kann nicht mehr. Zu lange bin ich nun schon gelaufen. In der Ferne sehe ich die Umrisse einer Bank. Ich kenne sie. War sie nicht ein Ziel in meinem Leben? Das ist die Stelle, an der ich warten wollte. Ich habe diesen Ort ausgesucht! Wie konnte ich nur den Weg dorthin vergessen?! Und vor allem, wie kommt es, dass ich diesen Ort nun doch erreicht habe? Ich habe mich von meinem Instinkt leiten lassen.

Ich habe mir diesen Ort anders vorgestellt. Ich sehe eine morsche, zerfallene Bank umgeben von Nebel und Geräuschlosigkeit. Diese Stelle soll ich ausgesucht haben? Wenn ich es mir recht überlege, weiß ich gar nicht, was ich mir vorgestellt habe. Auf jeden Fall nicht einen solchen Trümmerhaufen. Ich setze mich hin und schaue die Straße hinab. Wirst du diesen Weg finden? Wirst du enttäuscht sein, dass ich nicht mehr zu bieten habe, als ein paar nasse Bretter?

Ich werde auf dich warten, ich habe es versprochen. Einsam, verlassen und orientierungslos habe ich nichts mehr zu verlieren. Alles, was ich noch habe, ist Zeit. Ich bin am Ende einer langen Reise angelangt. Ich kann nicht mehr zurückschauen, der Nebel wird immer stärker. All das, was einmal war, verschwimmt, wird undurchsichtiger und man kann nichts mehr erkennen. Was bleibt sind nur Erinnerungen.

Lebe ich noch? Was bedeutet es zu leben? Wenn ich zurückschaue sehe ich den Nebel, wenn ich nach vorne schaue, sehe ich den Nebel. Ich weiß nicht, was mich erwarten wird. Was würde ich dafür geben zu wissen, was ein paar Meter vor mir ist. Aber ich werde diese Bank nicht verlassen. Nicht für eine Sekunde!

Kann einem das Vertraute so fremd werden? Oder war es nur Einbildung, dass man das, was man als vertraut ansieht, eigentlich gar nicht kennt?!
28.10.06 13:27
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung